20.06.2008

Fußball-Romantik

Spieltag 10: Ode an die Schwalbe

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Fußball ist Unterhaltung – das Stadion ist die Bühne, im Zentrum stehen die Künstler auf dem Platz.

In den Spielen der italienischen Nationalmannschaft, getragen vonToni, Pirlo und Aquilani, vermischt sich Spielkunst oftmals mit Schauspielkunst. Die Grenzen des Spiels werden gesprengt und auf eine neue dramaturgische Ebene gehoben, wenn Toni in den Strafraum eindringt und bei einem Hauch von einer Berührung zu Fall kommt. Nein, er fällt nicht, er sinkt,  er opfert sich der Schwerkraft.

Am Ende seiner Reise blickt er verstohlen, um sich des Publikums  Gewiss zu sein. Als Star der großen Bühne beginnt er dann sich auf dem Boden zu wälzen, gleichsam einen Tanz aufzuführen, immer auf die Choreografie von Mimik, Gestik und Stimme  achtend.

Das Dasein als Fußballkünstler macht einsam. Gegenspieler und Fans wissen die eigene Darbietung nicht zu würdigen – einzig der Pfiff des Referees bleibt Lohn für die verrichtete Arbeit. Kunst kann grausam sein…



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